Vernissage "Kunst im Schloss" 2026

Am 16. Oktober eröffneten wir unsere Herbstausstellung "Kunst im Schloss" im Kleinen Schloss Türkheim mit einer Vernissage, die musikalisch von Sängerin Tatiana begleitet wurde.

 

Aus der Rede zur Vernissage:
 

Johann Jörg, Maler Eschenlohe und Initiator des Kunstkreises Eschenlohe, ist so begeistert von diesen historischen Räumen, dass er seit 2022 hier Ausstellungen mit Rahmenprogramm organisiert, seit 2023 sind es zwei im Jahr, sodass wir mit der aktuellen Präsentation das 9. Mal hier im Kleinen Schloss Türkheim sind.

Unter dem Titel „Kunst im Schloss“ hat Johann Jörg auch dieses Mal wieder 6 sehr unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler eingeladen, mit ihm hier ihre Werke zu präsentieren.

Besonders finde ich dabei, dass 5 Männer und zwei Frauen ausstellen, aus den meisten Ausstellungen kenne ich das Verhältnis eher umgekehrt.
 

Ich freue mich, dass Angelika Lorenz und Frank Riederle aus unserem Kunstkreis wieder mit dabei sind.

Wilma Rösch, Peter Bauer, Stefan Flaig und Rupert Jaeschke stellen zum ersten Mal hier in Türkheim und in unserem Rahmen aus. Ich heiße euch herzlich willkommen im Kunstkreis Eschenlohe!
 

Im Folgenden werde ich kurz etwas über die einzelnen Künstler sagen:


Angelika Lorenz: Für die Malerin mit dem unverwechselbaren Stil ist die kreative Arbeit eine sehr persönliche Ausdrucksform. Gefühle und innere Bilder suchen sich wie von selbst mit Hilfe verschiedener künstlerischer Techniken ihren Weg, meist auf metaphorische Weise. Von ihren Ursprüngen her fühlt sich Angelika Lorenz am ehesten mit dem Surrealismus verwandt. 

Beim Entstehen ihrer Bilder tanzen die Stifte auf der Skizze, bis sich harmonische Formen ergeben, manchmal auch menschlichen Wesen ähnelnd, die dann von der Künstlerin ins Gleichgewicht gebracht werden, z. B. Bei „Mondtänzerinnen“, „Stern der Ungeborenen“. 

In den Werken „Friedwald“ und „Tag- und Nachtgleiche“ stehen Bäume im Fokus und tragen die Harmonie von Natur aus in sich. 

Häufig verwendet Angelika Lorenz auf ihren Bildern die gesamte Farbpalette und versieht sie auch hin und wieder mit Strukturen, die vom Betrachter gern berührt werden dürfen.

Das Bild „Lost in Space“ hat seine Ursprünge eher in der Welt des Unterbewussten, was auf ihre psychoanalytische Ausbildung zurückzuführen ist. 

Angelika Lorenz ist eine sehr fleißige Malerin, deren Bilder immer wieder in Ausstellungen zu sehen sind, zuletzt in einer Einzelausstellung von März bis September 2026 im Klinikum der Barmherzigen Brüder in München.

Seit 2017 lebt Angelika Lorenz in Bad Wörishofen und ist seit Frühjahr 2025 an Ausstellungen des Kunstkreises Eschenlohe beteiligt.


 

Wilma Rösch, kommt ursprünglich aus Ingolstadt und arbeitet schon als freischaffende Künstlerin, seitdem sie 20 Jahre alt ist. Unter dem Label Wilma-Rösch-Arts entstanden Bilder, Collagen, Bücher, Fotos, Mode und andere kreative Projekte. Sie erhielt für ihre Arbeit zahlreiche, auch internationale Auszeichnungen und Nominierungen. 

Um ihnen von der Künstlerin ein Bild zu vermitteln, trage ich am besten das vor, was sie mir als Zuarbeit für diese Rede schickte:

- gib WR irgendwas --> sie macht daraus etwas

- (fast)Symmetrie/Geometrie ergibt Harmonie
- Farben müssen "passen", sonst kann WR das Schaffen lassen

- WR mag selten Kombis aus verschiedenen Muster, sonst wär' sie a shlechta "Shusta"

- Kunst mög' den Mensch erfreuen, Mensch ned ("häßlich")Kunst verabscheuen

- auch m. Gangeswasser gewaschen, ebenso getrunken u.nicht danach versunken 

- m. WR sind Pferde zu stehlen, 

  sie reiten statt@Moor versinken, ihnen beim Wegfliegen zuwinken

 

In dieser Ausstellung zeigt Wilma Rösch Collagen und Mode. Letztere wird sie in einer Fashion-Show am Sonntag, 25. Oktober nachmittags präsentieren.

 

Johann Jörg, bekannt als Maler Eschenlohe stellt markante Bilder aus seiner „Art of Oil“-Kollektion aus und auch neue Werke, die in der letzten Malsaison (Winterhalbjahr 2025/26) entstanden sind. Eschenlohe hält es nämlich im Sommer so, wie Ferrero mit seinen Mon Cheries im Winter: Es gibt nichts Neues

-- einfach weil er im Sommer keine Zeit zum Malen hat. Dafür erstrahlt jetzt die Außenfassade des Hauses Eschenlohe in leuchtenden Farben. 

In seinen zuletzt entstandenen Bildern veränderte Eschenlohe den Hintergrundkontrast und erreicht dadurch mehr Tiefe im Ausdruck seiner Motive. Ansonsten ist er mal- und motivtechnisch seinem unverkennbaren Stil treu geblieben.

Auch typisch für die Bilder von Eschenlohe sind seine restaurierten oft historischen Rahmen, nach denen er seine Bildformate anpasst. In dieser Ausstellung zeigt er das erste Mal seine Eisenbilder, deren Rahmen aus Eisenprofilen geschnitten und geschweißt sind.


 

Zu Malen, Kunst zu erschaffen und diese in Ausstellungen zu vermitteln, das gibt Eschenlohe die Energie, die er für die nach wie vor umfangreichen Arbeiten beim Aufbau unseres Hauses Eschenlohe braucht.

Kunst ist für den Maler Eschenlohe nicht nur ein wichtiger Ausgleich bzw. Gegenpol zur körperlichen Arbeit, sondern Quelle von Kreativität und Wohlbefinden, hilft ihm Stress und Ärger abzubauen. In seinen Bildern drückt er Emotionen aus, die schwer in Worte zu fassen sind.

Und wir beide haben über die Kunst, auch über deine Kunst, viele interessante Menschen kennen gelernt und echt gute Freund gefunden. Ich wünsche dir, lieber Hans, dass dir deine Energie zum Malen erhalten bleibt und du die Balance zwischen schöpferischer und körperlicher Arbeit gut zu halten vermagst.


 

Frank Riederle: Arbeitet seit 2007 als Fotograf und wurde mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet. Er war unter anderem Trainer der Nikonschool Deutschland, ist Autor eines Bildbandes, schreibt Gedichte und musiziert, er ist also vielseitig künstlerisch und kreativ unterwegs. 

Das Besondere an seinen Fotobildern ist die Kombination des Fotos mit einer Applikation, teilweise auch noch mit einem Text, einer Botschaft versehen. 

Franks Anspruch an seine Kunst ist es, Ästhetik und Anmut sprechen zu lassen, mit Eleganz und Schönheit aber auch mit Emotion und Schlichtheit zu faszinieren und das Auge des Betrachters einzuladen, auch im Detail zu verweilen. 

In dieser Ausstellung zeigt er einige sinnliche, schöne, teils erotische Bilder von Frauen mit Blumen/Blüten/Gewächsen. Neben kleineren Bildern ist auch eine Collage zu sehen, welche eine sinnliche musikalische „Reise“ porträtiert. Die Innenaufnahmen mit der edlen Chaiselongue kombinierte er mit Aufnahmen im Freien.

Das zweite wichtige künstlerische Standbein von Frank Riederle ist die Musik. Die meisten von Ihnen kennen ihn als Sänger mit seiner Gitarre. Seine Vernissagen waren bisher immer sehr schön und stimmungsvoll und so freue ich mich auf Franks aktuelle Vernissage „The Heart will go on“ am Freitag, 23.Oktober um 19 Uhr hier im Schloss


Peter Bauer wurde in der Slowakei geboren und lebt seit 2019 in Prag. 

Indem der studierte Wirtschaftswissenschaftler seiner Kreativität durch die Beschäftigung mit Kunst einen Raum gibt, schafft er für sich den nötigen Ausgleich zur beruflichen Arbeit. 

So sind Malen, Musizieren oder das Schreiben von Gedichten für ihn wichtige Hobbys, die sein Leben bereichern. 

Während seiner Zeit in Prag begegnete Peter Menschen, die dem Goetheanismus und der Anthroposophie nahestehen. Sie inspirierten ihn, sich intensiver der Kunst zu widmen, woraufhin er begann, mit Pflanzenfarben und Schraffurtechniken zu experimentieren. 

2024 absolvierte er einen Malkurs an der Naput Paint Academy in Ungarn und nahm weiterführend im selben Jahr ein Kunststudium in Dornach (Schweiz) auf. Diese spannende Reise durch Bildhauerei, Architektur und Malerei lieferte dem Künstler Peter Bauer wichtige Impulse für seine künftige Arbeit als Maler und Bildhauer. 

Vorwiegend malt Peter Bauer mit Aquarellfarben, experimentiert aber auch mit anderen Techniken und Materialien. 

Abschließen möchte ich mit einem Zitat von ihm:

„Ein Leben ohne Kunst kann ich mir nicht vorstellen. Kunst verleiht dem Leben Farbe und ein Gesicht – Aspekte, die uns sonst verborgen blieben.“


 

Stefan Flaig, Künstler · Ingenieur · Unternehmer

So bewegt er sich seit Jahrzehnten zwischen der Präzision der Technik und der Freiheit der Kunst. Als Ingenieur, Entwickler und Unternehmer entwickelt und realisiert er seit über 40 Jahren komplexe technische Lösungen. Ästhetik, Kreativität und gestalterisches Denken waren dabei stets selbstverständlicher Teil seiner Arbeit.

Die Kunst begleitet ihn seit vielen Jahren als Leidenschaft, Experimentierfeld und Gegenpol zum technischen Alltag. 

Von 2007 bis 2013 studierte Stefan Flaig Gegenwartskunst an der Freien Kunstakademie Überlingen. Sein Atelier befindet sich im ehemaligen Gasthof „Zum Löwen“ in Volkertshausen, in der Nähe des Bodensees.

Stefan Flaigs künstlerisches Schaffen umfasst Malerei, Zeichnung und Skulptur. In seinen oft großformatigen, expressiven Bildern begegnen sich Farbe, Form und Bewegung. 

Seine Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien erweitern das Experimentieren in den dreidimensionalen Raum. Zwischen Struktur und Freiheit, bewusstem Gestalten und dem Unvorhersehbaren entstehen Werke, die Fragen aufwerfen, Perspektiven verändern und Raum für eigene Interpretationen lassen.

Heute gewinnt die Kunst zunehmend mehr Raum in seinem Leben. In Spanien entwickelt er mit Artequidas die Vision eines Ortes für Kunst, Architektur und Begegnung. Die Architektur ist an den Bauhausstil angelehnt und verbindet klare Linien, reduzierte Formen und Offenheit für die Umgebung.

Was Technik, Kunst und Architektur für Stefan Flaig verbindet, ist die Neugier, Dinge neu zu denken, Grenzen auszuloten und Ideen Gestalt zu geben.

Life is Art. Art is Passion. Passion is Life – so sein Lebensmotto.


Rupert Jaeschke und Hans lernten sich erst kürzlich auf der Ausstellungseröffnung einer befreundeten Künstlerin hier in Türkheim kennen. Die Männer waren sich sympathisch und nach einem Besuch in Kaufbeuren nahm Hans Rupert noch mit in diese Ausstellung rein, einfach weil alles passte. 

Im beruflichen Leben war Rupert Jaeschke Diplom Volkswirt und selbstständig als internationaler Bankenberater im Ausland tätig. Zuletzt lebte und arbeitete er 7 Jahre in Portugal. 

Schon seit seiner Jugendzeit spielt Rupert Jaeschke Gitarre. Während seines Aufenthalts in Portugal war es vor allem der Flamenco, der ihn faszinierte und so spielte er diese wunderbare leidenschaftliche Musik immer wieder auch im Duo und komponierte eigene Stücke.

Zur Malerei kam Rupert Jaeschke über den Kontakt zu einem inspirierenden Kunstprofessor am humanistischen Abendgymnasium, nachdem sein Interesse an Kunst und Kunstgeschichte als junger Mann zunächst rein intellektueller Art war. 

In seiner 25jährigen künstlerischen Schaffenszeit entstanden hauptsächlich Landschaften, mehr oder weniger abstrakt und City Lines, meist in facettenreichen Farben und Techniken. Im Großen und Ganzen sind seine Werke sehr stimmige Abstraktionen.


 

An dieser Stelle laden ich herzlich zur „Männervernissage“ mit Peter Bauer, Eschenlohe, Stefan Flaig und Rupert Jaeschke am Freitag, 6. November um 19 Uhr ein. Es wird sicher ein schöner und inspirierender Abend, lassen Sie sich überraschen.


 

Danke!


 


 


 

Urheberrecht:

Text Kathrin Jörg, Fotos Johann Jörg